Ziele setzen

9 bewährte Zielsetzungsstrategien, die auch dich garantiert zu einem erfolgreicheren Musiker werden lassen

Untersuchungen belegen: Wenn wir Ziele haben, bekommen wir im Leben mehr von dem, was wir uns wünschen. Es macht uns scheinbar auch glücklicher, Ziele zu haben. Zielorientierung hat viele Vorteile. Du kannst dann auf etwas hinarbeiten, was dir Sinn und Richtung im Leben gibt. Wenn du deine Ziele erreichst, spürst du Erfolg und das macht dich zufrieden.
Ziele dienen als Wegweiser und zur Orientierung. Sie zeigen also, wo du hin willst. Sobald du dir konkret etwas vorgenommen hast, scheinen alle deine Sinne darauf ausgerichtet zu sein diese Ziele auch zu erreichen. Du siehst, hörst und fühlst plötzlich Dinge, die mit deinem Ziel zu tun haben und die du vorher nicht im entferntesten wahrgenommen hast. Wenn du das Ziele setzen überspringst, bleibst du irgendwann stecken. Ziele machen dir das Leben leichter. Ziele sind die Grundlage eines jeden Erfolgs. Leider setzt sich niemals jemand mit uns hin und lehrt uns, wie man richtig Ziele setzt.
Hast du schon ganz klare Ziele für deine Zukunft formuliert und aufgeschrieben? Und hast du Pläne erstellt wie du deine Ziele erreichen möchtest?

Wenn du wirklich deine gesetzten Ziele erreichen möchtest, dann gilt es einige Hürden zu kennen und zu überwinden. In diesem Artikel findest du Strategien und Anleitungen wie du deine Ziele richtig formulierst, damit du sie auch erreichst.
Na dann los:
Das Jahr ist zwar schon ein bisschen fortgeschritten, aber trotzdem: Nimm dir einen Moment Zeit und schreibe deine 3-5 Langzeitziele für dieses Jahr auf. Wenn du auf das Jahr zurück schaust, was möchtest du erreicht haben?
Welche Halbjahresziele hast du? Welche Quartalsziele? Welche Monatsziele sind für dich ein Indikator, dass du auf deinem Pfad bist oder nicht? Welche Strategien und Techniken helfen dir dein großes, aufregendes, motivierendes Ziel zu erreichen, das du dir gesetzt hast?
Schreibe dir deine Ziele auf und schaue sie von Zeit zu Zeit an. Und dann schaust du Anfang des nächsten Jahres zurück auf deine Liste und fühlst diese flauschige Wärme, weil du weißt, dass du einige coole Dinge erreicht hast und so ganz leicht zu einer großartigeren Version von dir selbst geworden bist.



1. Setze dir möglichst spezifische Ziele

Was willst du eigentlich wirklich? Werde konkret! Je präziser du dein Ziel definierst, desto erfolgreicher wirst du sein. In der Klarheit liegt die Macht. Füttere dein Gehirn mit möglichst spezifischer Absicht. Es ist eine gute Idee wenn du dein Ziel als Bild vor Augen hast.

Klare, detaillierte, spezifische Ziele sind effektiver als allgemein formulierte Ziele. Schwammig formulierte Ziele wie „Mein bestes geben” oder „besser spielen” sind nicht genau genug und daher auch nicht effektiv.

Formuliere besser:

Ich werde den ersten Satz des Beethoven Konzertes nächsten Freitag auswendig spielen können
Ich kann die technisch schwierige Oktavenstelle durchwegs sauber und im Tempo bis Ende der Woche spielen.

Woran würdest du merken, dass du dein Ziel erreicht hast?



2. Was ist besser - einfache oder schwierige Ziele?

Je schwieriger das Ziel desto besser - das funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn dein Ziel sich unrealistisch anfühlt oder du nicht an die Umsetzung glaubst, wird deine Motivation darunter leiden und du wirst aufgeben ehe du dein Ziel erreicht hast. Allerdings gilt das gleiche auch für Ziele, die zu niedrig gewählt sind. Ziele müssen in ihrem Schwierigkeitsgrad so gewählt sein, dass sie dir genügend Ansporn vermitteln, dich aber nicht überfordern.

Wenn dein Ziel für dich erreichbar ist, wenn du dran glaubst, wenn du bereit bist dich ins Zeug zu legen, dann ist alles möglich. Deine Ziele sind erst dann groß genug wenn sie dich begeistern und wenn sie dir gleichzeitig auch ein wenig Angst einjagen. Denn Ziele, die dir keine Angst machen, sind viel zu klein für dich. Du darfst mehr von dir erwarten als es der Realist in dir für möglich hält. Gleite dabei aber nicht ins Land der Illusionen ab! Nimm dir kein Ziel vor, was für dich unerreichbar erscheint. Setze dein Ziel lieber immer ein wenig zu hoch an, da wir eher dazu neigen uns in unserer Leistungsfähigkeit zu unterschätzen.

Woher weißt du, dass nicht auch noch mehr gegangen wäre? Darum: Öffne deine Ziele nach oben hin. Ergänze deine Ziele um ein paar Formulierungen wie mindestens, mehr, besser, spätestens.

Z.B.: „Ich kann spätestens Ende März das …-Konzert auswendig spielen.”



3. Setze dir Kurzzeit- und Langzeitziele

Ein großes Ziel stellt für viele eine erhebliche Herausforderung dar, die schließlich zum Scheitern führen kann. Denn ein großes Ziel birgt die Gefahr, dass man den Überblick und damit die Motivation verliert.
Wenn man hingegen das große Ziel auf viele kleine Ziele, auf einen Schritt für Schritt Plan herunter bricht, verliert es seinen „Schrecken“.
Schneide dein großes Ziel klein:

1. Schritt: Wie möchtest du dich als Musiker sehen? Hast du ein ultimatives Bild von dir? Gibt es ein Vorbild einen Musiker, dem du nacheifern möchtest. Das ist deine ideale Vision von dir. Zeichne ein Bild davon wie dein Spiel in 10, 20 vielleicht auch in 50 Jahren aussehen wird? Machst du mit 100 Jahren auch noch Musik? Wie? Wie alt willst du überhaupt werden? Wie ist deine Gesundheit? Bist du im Alter noch aktiv?

2. Schritt: Mehrjahresziele
Setze dir ein Ziel für die nächsten 2-5 Jahre. In diesem Zeitraum kannst du wenn du willst ein völlig neuer Mensch werden. Aber denke dran: Setze deine Ziele lieber zu hoch an. Verkaufe dich nicht unter Wert.

3. Schritt: Jahresziele
Das sind Ziele, die 6-12 Monate in der Zukunft liegen. Es fällt uns leicht in einem 12 Monatszeitraum zu denken. Mache dir zum Ende eines Kalenderjahres Ziele für die nächsten 12 Monate.

4. Schritt: Quartalsziele
Jahresziele haben keine hohe Dringlichkeit. Darum brauchst du kurzfristige 90 Tagesziele. Dies ist das allerwichtigste Ziel. Diesem Ziel solltest du die größte Aufmerksamkeit widmen. Was willst du in den nächsten 3 Monaten angehen bzw. geschafft haben?

5. Schritt: Setze dir Wochenziele
Wochenziele helfen dir deine Quartalsziele in gut verdauliche Abschnitte zu zerteilen. Diese Abschnitte kannst du direkt beeinflussen.

6. Schritt: Tagesziele
Tagesziele helfen dir dabei dein Üben zu planen und zu überwachen. Du weißt dann also welche Übungen du machen möchtest, wie viele Wiederholungen, welche Stücke etc. Formuliere deine Tagesziele ruhig so, dass du sie abhaken kannst. Das gefällt unserem strukturierten Gehirn und verschafft neue Motivation. Mache jeden Abend deine Tagesplanung für den nächsten Tag. So weißt du schon genau, womit du am nächsten Tag beginnen wirst.

Damit du deine Quartalsziele erreichen kannst, musst du deine Wochenziele erreicht haben. Und um deine Wochenziele zu erreichen, musst du deine Tagesziele erreicht haben. Alle Ziele hängen also miteinander zusammen.

Langzeitziele sind wesentlich, aber Ziele, die näher dran sind helfen uns fokussiert auf die kleinen Schritte zu bleiben. Und diese bringen uns letzten Endes zu unserem Bestimmungsort.

Nutze die Treppenübung: Nimm ein Stück Papier und male darauf eine Treppe. Schreibe dein Quartalsziel ganz nach oben an deine Treppe. Jetzt schreibe unter jede Stufe, Schritt für Schritt rückwärts, deine Wochenziele, die du erreichen musst, um das große Quartalsziel zu erreichen. Und jetzt brich die Wochenziele nochmal in Tagesziele auf.



4. Was ist besser prozessorientierte oder ergebnisorientierte Ziele?

Wir leben in einer sehr ergebnisorientierten Gesellschaft, so dass die meisten von uns eher auf ergebnisorientierte Ziele fixiert sind (z.B. einen Wettbewerb gewinnen, eine Prüfung bestehen) als auf prozessorientierte Ziele zu achten (z.B. fokussiert zu bleiben während des gesamten Übens, anderen Musikern im Ensemble zuzuhören, gute Spielhaltung etc.). Leider ist unsere Fähigkeit das gewünschte Ergebnis eines ergebnisorientierten Ziels herbeizuführen ziemlich beschränkt. Auch wenn du weißt, dass du das Probespiel deines Leben hast, kann es sein, dass du den Job am Ende nicht bekommst. Wenn dort ein anderer war, der besser vorbereitet und darum eine ganz kleine Nuance besser als du gespielt hat, dann wird er den Job bekommen. Wir können eben nichts daran ändern wie gut andere spielen.

Es bringt uns außerdem aus unserem Fokus heraus, wenn wir uns nur noch über das Erreichen von ergebnisorientierten Zielen Gedanken machen. Damit erreichen wir nur, dass wir uns von den Zielen, die wir tatsächlich kontrollieren können weg bewegen.

Ergebnisorientierte Ziele sind aber nicht per se schlecht. Sie können uns nämlich helfen extrem motiviert zu bleiben und sie können uns dabei unterstützen unseren Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Letztendlich helfen sie uns dabei all die wichtigen, kleinen Dinge und Schritte zu tun, die uns in die Lage versetzen das Probespiel zu gewinnen oder die Prüfung zu bestehen wenn der große finale Tag endlich da ist.

Die Kombination von ergebnisorientierten und prozessorientierten Zielen macht das Zielesetzen erst wirklich effektiv. Am besten ist es sich in der Prüfungs- oder der Konzertsituation auf die prozessorientierten Ziele zu konzentrieren und in der reinen Übungssituation ergebnisorientiert zu denken.



5. Schreibe dir deine Ziele auf

Das Aufschreiben deiner Ziele ist sehr wichtig: Erst dadurch wird aus deinen Wünschen – die ja bis dahin nur in deinem Kopf existierten – etwas Materielles. Durch das Aufschreiben wird dein Ziel quasi geboren und damit erhöhst du die Kraft deiner Ziele. Der Akt des Aufschreibens von Zielen kann etwas Feierliches haben: du bekennst dich damit zu deinen Zielen. Aus bloßen Gedanken wird nun eine konkrete Absichtserklärung. Es ist ein bisschen so, als würdest du einen Vertrag mit dir selbst machen.
Das Leben ist voller Ablenkungen. Wenn du dir deine Ziele aufschreibst und irgendwo sichtbar hinlegst, wird dir das helfen, dich zu erinnern wo du eigentlich hin möchtest. Dadurch wirst du in die Lage versetzt bessere Entscheidungen zu treffen, die dich schneller an dein Ziel bringen.



6. Setze dir Deadlines

Das Parkinsonsche Gesetz sagt: „Menschen mit einem vollen Terminkalender sind häufig produktiver als alle anderen.”

Eine Deadline sollte realistisch und herausfordernd sein. Gib deinem Fokus, deiner Motivation und deinem Energiepegel einen Tritt, in dem du dir einfach weniger Zeit gibst. Wenn du dir zu viel Zeit gibst, wirst du viel Zeit verplempern und mit wenig Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge üben. Organisiere deinen Tag so, als hättest du nur 2 Stunden zum Üben. So wirst du viel produktiver und in weniger Zeit mehr schaffen. Dieses Gefühl von Dringlichkeit hilft dir die richtigen Prioritäten zu setzen.

Beispiel: Wenn du 6 Monate hast ein Konzert zu lernen, dann wirst du auch 6 Monate brauchen. Wenn du nur 2 Monate hast, dann wird es exakt 2 Monate dauern, bis du das Konzert drauf hast.

Aber trotzdem: Mache dir bewusst, dass Zeit flexibel ist. Wenn du eine Deadline nicht erreichst, hat das nichts mit scheitern zu tun. Es heißt lediglich, dass du den Zeitaufwand unterschätzt hast. Wenn du die Deadline nicht erreicht hast, radiere einfach die alte Deadline weg und schreibe die neue drüber.



7. Setze dir positive Ziele

Positive Ziele sind so formuliert, dass du sagst was du möchtest (z.B. sauber Intonieren, schnelles Vibrato), während negative Ziele so formuliert sind, dass du sagst was du nicht möchtest (z.B. ich möchte keine Note zu tief oder zu hoch intonieren). Versuche alle deine Ziele immer so zu formulieren, dass du sagst was du möchtest und nicht was du nicht möchtest.

Wenn du z.B. dein Tempo halten möchtest, sage dir nicht: „Nicht eilen!”, sondern sage zu dir „ich möchte mein Tempo kontrollierter halten” und dann geh mit deinem Tempo so weit runter, dass du das Tempo auch halten kannst und steigere es langsam.



8. Hole dir Feedback

Es ist sehr wichtig, dass wir jemanden haben, der uns spiegelt wie weit wir sind und welche Fortschritte wir auf unserem Weg schon gemacht haben. Vor allem je näher wir unserem großen Ziel kommen. Du weißt oft selbst nicht wie weit du noch vom Ziel entfernt bist. Ein Außenstehender kann das viel besser beurteilen. Hast du noch einen weiten Weg vor dir oder bist du sogar schon da?

Hole dir Feedback von Lehrern, Kollegen und anderen denen du vertraust. Nimm dich regelmäßig selbst auf und vergleiche deine aktuellen Aufnahmen mit älteren Aufnahmen. Höre dir genau an, ob das was du in deinem Kopf hörst auch wirklich auf deiner Aufnahme zu hören ist.



9. Hole dir Unterstützung

Jedes Vorhaben lässt sich mit Unterstützung leichter umsetzen. Das gilt natürlich auch für Ziele. Es kann zwar auch eine Form der Motivation sein, wenn man es unbedingt alleine schaffen will, es den anderen oder sich selbst beweisen will.
Diesen falschen Stolz kennst du sicher auch. Dann hast du das Ziel zwar erreicht, aber es wäre mit Sicherheit viel einfacher und weniger aufwendig gewesen, wenn du dir bewusst Unterstützung gesucht und angenommen hättest.
Zielsetzung funktioniert nicht, wenn andere wichtige Leute in deinem Leben nicht mitziehen. Zum Beispiel wenn du hart daran arbeitest auf deine prozessorientierten Ziele zu achten, aber wichtige Leute in deinem Leben dir die ganze Zeit nur ergebnisorientierte Ziele vorhalten, dann werden deine prozessorientierten Ziele ganz schnell aus deinem Fokus verschwinden.

Du brauchst deine Ziele nicht zu teilen, aber du solltest deine Prinzipien denen du folgen möchtest mit deinen engsten Freunden oder deiner Familie teilen, damit sie verstehen können wie sie dich unterstützen können.

Wenn du dein Lampenfieber los werden möchtest, dann musst du an dir arbeiten. Das kann sonst niemand für dich tun. Also los! Melde dich bei meinem kostenlosen Online-Kurs an und fang mit der Arbeit an…

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